Schwerzenbach erlebte am 5. September eine besondere Premiere: Im ganzen Ort verteilt luden 82 Flohmarktstände dazu ein, nach alten Schätzen zu stöbern. Am Ende wurden zwar keine Umsatzrekorde gebrochen, aber häufig das Eis zwischen den Nachbarn.
«So lange habe ich mit unserer Nachbarin wohl noch nie geredet», sagte ein Schwerzenbacher beim Abbau des Standes am Nachmittag. Er hatte einen Verkaufsstand vor der Garage, sie auch – also besuchte man sich gegenseitig, trank einen Kaffee und kam ins Gespräch. Kiki Jungfer, die Initiatorin des ersten Quartier-Flohmarkts, freut sich über solche Rückmeldungen.
Eigentliches Ziel von «Schwerzenbach räumt aus» war es, dass an einem Ort nicht mehr benötigte Dinge woanders ein neues Leben bekommen. Denn Wiederverwenden statt Wegwerfen ist eine gute Sache für die Umwelt. Und so wechselten gigantische Kuscheleinhörner die Besitzerin, Bücher, Kinderkleider, Spielsachen oder Foto-Zubehör gingen in neue Hände über. An vielen Orten wartete kaum Benutztes auf Neugierige. Der eine oder die andere dürfte sich beim Anblick ihres Angebots gefragt haben, wann und warum man all die Sachen überhaupt mal gekauft hat. «Ich brauche eigentlich nichts», sagten denn auch viele, die die übers Dorfgebiet verteilten Stände bei einem Spaziergang abklapperten. Aber ganz ohne ein oder zwei Fundstücke gingen die wenigsten wieder nach Hause.
Am meisten positive Rückmeldungen gab es, weil der Quartier-Flohmarkt einen Anlass bot, mit den Nachbarn im Quartier ins Gespräch zu kommen, sagt Kiki Jungfer. Sie war den ganzen Tag über mit dem Velo im Ort unterwegs. Am Chimlibach hatten sich mehrere Schwerzenbacher und Schwerzenbacherinnen zusammengetan und einen grossen gemeinsamen Stand aufgebaut. Auf dem Parkplatz des Gemeindehauses trafen sich Bücherliebhaber und gaben sich gegenseitig Lesetipps.
«Wenn Menschen zueinander gefunden haben, haben wir etwas Gutes geschafft», stellt Kiki Jungfer zufrieden fest. «Das bringt die Dorfgemeinschaft voran, auch wenn es nicht in Franken gezählt werden kann.»
Eine Wiederholung des Quartier-Flohmarkts im nächsten Jahr ist nach der gelungenen Premiere nicht ausgeschlossen. Vor allem auch, weil sich die Investition in eine eigene Website zum Flohmarkt dann umso mehr lohnt. Michael Grübler, Co-Präsident der Grünen Schwerzenbach/Volketswil, hatte diese erstellt. Auf ihr konnten sich Interessierte im Vorfeld informieren und mit wenigen Mausklicks anmelden. Für die Flohmarkt-Besucher waren die Stände auf einer Karte von Schwerzenbach mit Pins markiert, eine kurze Beschreibung erklärte, was jeweils angeboten wurde. Wer zum Beispiel gezielt nach Spielsachen suchte, konnte danach filtern.
Grüne Schwerzenbach-Volketswil


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