Ich lebe gerne in Schwerzenbach. Unser Dorf ist lebendig, es ist lebenswert und bietet viel. Das ist kein Zufall. Es sind Menschen, die das möglich machen. Viele davon sind zugezogen, aus anderen Kantonen, aber auch aus anderen Ländern.
Jetzt soll die Schweiz per Verfassung auf zehn Millionen Einwohnerinnen und Einwohner gedeckelt werden. Die SVP nennt das Nachhaltigkeit. Ich nenne es, was es ist: ein Etikettenschwindel.
Echte Nachhaltigkeit bedeutet, die Erde für künftige Generationen zu erhalten – nicht, eine Obergrenze für Menschen festzuschreiben und dafür die Personenfreizügigkeit mit Europa zu opfern. Wenn die Initiative angenommen wird und die Bevölkerungsgrenze erreicht ist, muss die Schweiz das Freizügigkeitsabkommen kündigen. Das haben Bundesrat und Parlament klar gesagt. Die Folgen träfen uns alle: Überalterung, weniger Fachkräfte in Spitälern und Pflegeheimen, höhere Preise, Stagnation, kurz: weniger Wohlstand.
Das eigentliche Problem für die Umwelt ist nicht, wie viele Menschen hier leben – sondern wie. Pro-Kopf-Konsum, Flächenversiegelung, Baupolitik: Das sind die Stellschrauben. Wer statt echter Klimapolitik eine Bevölkerungsobergrenze fordert, lenkt ab. Die SVP redet von Natur schützen und meint: Grenzen dicht.
Schwerzenbach ist eine Gemeinde, die gut funktioniert, weil Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen hier zusammenleben und arbeiten. Stimmbevölkerung und Gemeinderat haben zuletzt mit der sorgfältig erarbeiteten neuen Zonenordnung bewiesen, wie sich die Gemeinde positiv entwickeln soll und ein attraktiver Ort für Jung und Alt bleibt. Diese Weitsicht braucht es, nicht Abschottung oder Deckel.
Am 14. Juni sage ich Nein zur sogenannten Nachhaltigkeitsinitiative. Ich hoffe, Sie auch.
Kiki Jungfer, Grüne Schwerzenbach


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