Lieber Marcel, liebe Mitglieder der Schulpflege,

Nach § 17 des Gemeindegesetzes lasse ich Euch für die kommende Gemeindeversammlung im November gerne folgende Anfrage zukommen:

In der Zürcher Oberländer Zeitung vom 25. September 2025 wurde über die neue Kampagne gegen Medienkonsum bei Kleinkindern berichtet, die von insgesamt neun Gemeinden initiiert wurde. Beim Durchlesen der Liste der beteiligten Gemeinden habe ich festgestellt, dass Schwerzenbach nicht vertreten ist.

In diesem Zusammenhang möchte ich mich erkundigen:

Grüne: Was waren die Gründe, weshalb sich die Gemeinde Schwerzenbach nicht an der Kampagne beteiligt hat?

Schulpflege: «Keine digitalen Medien bis 4» erschien der Schulpflege nicht zeitgemäss, einschränkend und bevormundend. Wir als Schule orientieren uns an den Empfehlungen von Pro Juventute, welche wir als sachgerecht und den gesellschaftlichen Gegebenheiten entsprechend beurteilen.

Grüne: Gibt es eigene Initiativen oder Massnahmen der Primarschule Schwerzenbach, um Eltern für die Chancen und Risiken von Medienkonsum bei Kleinkindern zu sensibilisieren?

Schulpflege: An der Primarschule Schwerzenbach wird mit dem Verein Zischtig.ch seit etlichen Jahren zum Thema digitale Medien zusammengearbeitet. Im Fach Medien und Informatik werden insbesondere auch die Schülerinnen und Schüler altersgerecht an das Thema digitale Medien herangeführt und ihnen die Chancen aber auch die Gefahren aufgezeigt.

Grüne: Welche Informations- oder Unterstützungsangebote stehen Eltern von Kleinkindern und Schulkindern in unserer Gemeinde aktuell zur Verfügung?

Schulpflege: Die Primarschule Schwerzenbach verfügt bereits seit 2017 über ein ausführliches und regelmässig aktualisiertes ICT-Konzept, das sich u.a. umfangreich dem Thema Prävention in der Mediennutzung widmet und zahlreiche Informationsquellen bekannt macht. Ergänzend werden die Eltern im Kindergarten, in der 3. und in der 5. Klasse zu einem Elternabend zu diesem Thema eingeladen. Sie erhalten ausführlich Informationen und können sich jederzeit niederschwellig an die Lehrperson, an die Schulsozialarbeiterin oder an eine Fachstelle wenden.

Daneben wurden in der Vergangenheit immer wieder auch Informationen für Eltern im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen angeboten. Das Interesse daran ist jedoch eher gering.

Zusammen mit der Politischen Gemeinde führen wir zudem jährlich den Marktplatz Frühe Kindheit, kurz Frükimatz, durch. Hier werden den Eltern an einem eigenen Stand die für das Alter ihrer Kinder angemessenen digitalen Apps vorgestellt und sie werden über die Risiken eines intensiven Medienkonsums informiert.

Die Politische Gemeinde arbeitet in der Beratung von Familien mit Kindern im Vorschulalter ausserdem eng mit dem kjz Dübendorf (Kinder- und Jugendhilfezentrum) zusammen, welches neben der bekannten Mütter- und Väterberatung auch spezifische Beratung zu allen Themen der Kindererziehung und des familiären Zusammenlebens sowie Elternveranstaltungen zu aktuellen Erziehungsthemen anbietet.

Eltern mit Kleinkindern kommen des Weiteren kostenlos in den Genuss der Elternbriefe von Pro Juventute, in denen das Thema des frühen elektronischen Medienkonsums auch adressiert wird.

Grüne: Ist geplant, in Zukunft vermehrt mit regionalen oder überregionalen Partnern zusammenzuarbeiten, um das Thema Mediennutzung im Kindesalter zu adressieren?

Schulpflege: Die Primarschule Schwerzenbach ist nicht abgeneigt mit überregionalen Partnern zusammenzuarbeiten, sofern das Thema einen Zusammenhang mit den schulischen Aufgaben hat.

Ich danke Euch für Eure Rückmeldung und Euer Engagement für die Anliegen von Kindern und Eltern in Schwerzenbach.

Herzliche Grüsse

Kiki Jungfer, Co-Präsidentin Grüne Schwerzenbach-Volketswil